Risikomanagement

Professionelles Risiko-Management hat für Kapitalanlagegesellschaften zunehmend an Bedeutung gewonnen.

Dieser Entwicklung trägt die LBBW Asset Management Investmentgesellschaft mbH (LBBW Asset Management) Rechnung durch die Einrichtung eines effizienten Risiko-Management-Systems, welches alle Risikoarten berücksichtigt, die im Unternehmen selbst vorkommen und die sich aus der Funktion der Kapitalanlagegesellschaft bei der treuhänderischen Verwaltung von Sondervermögen ergeben.

Die Verantwortung für die Entwicklung und Umsetzung einer Risiko-Strategie und des Risiko-Management-Systems liegt bei der Geschäftsführung. Bei der fortlaufenden Überwachung der Risiko-Strategie und des Risiko-Management-Systems wird die Geschäftsführung durch den Aufsichtsrat der LBBW Asset Management und Wirtschaftsprüfer unterstützt. Sowohl die Risiko-Strategie als auch das Risiko-Management-System berücksichtigen alle Risiken, denen eine Kapitalanlagegesellschaft ausgesetzt ist. Hier finden auch Kundeninteressen ihre Berücksichtigung.

In einer engen Definition wird das Risiko als die Möglichkeit der negativen Abweichung eines tatsächlichen von einem erwarteten Ergebnis beschrieben; hierbei handelt es sich um ein Maß für unerwartete Verluste. Einzelrisiken, denen eine Kapitalanlagegesellschaft ausgesetzt ist, werden in die folgenden Kategorien unterteilt:


Die Sondervermögen einer Kapitalanlagegesellschaft sind den Finanzrisiken ausgesetzt. Das Marktrisiko definiert den potenziellen Verlust aufgrund von nachteiligen Veränderungen von Marktpreisen oder Preis beeinflussenden Marktparametern. Diese lassen sich in die folgenden Risiken unterteilen: Aktienkursrisiko, Zinsänderungsrisiko, Währungsrisiko und Optionspreisrisiko. Das Adressausfallrisiko stellt das Risiko des Verlustes oder entgangenen Gewinns aufgrund des Ausfalls eines Geschäftspartners dar. Hier unterscheidet man das Emittentenrisiko, das Kontrahentenrisiko, das Länderrisiko und das Anteilseignerrisiko. Ein weiterer Bestandteil der Finanzrisiken sind die Liquiditätsrisiken. Hier unterscheidet man das Liquiditätsrisiko im engeren Sinne, das Refinanzierungsrisiko und das Marktliquiditätsrisiko. Eine nächste Risikokategorie umfasst die operationalen Risiken. Darunter versteht man die Gefahr von unmittelbaren und mittelbaren Verlusten, die infolge der Unangemessenheit oder des Versagens von internen Verfahren, Menschen und Systemen oder von externen Ereignissen eintreten. Die Einteilung erfolgt hier in Betriebsrisiken und Rechtsrisiken. Als Letztes sieht sich die Kapitalanlagegesellschaft den sonstigen Risiken wie den strategischen, externen und übrigen Risiken gegenüber. Hier fallen alle Risiken, die sich zum Beispiel aus internen, strategischen Entscheidungen oder externen Einflüssen ergeben.

Das Management all dieser Risiken beinhaltet alle Aktivitäten, die mit dem systematischen Umgang mit Risiken verbunden sind. Dazu gehören die Erfassung, Messung und Steuerung der Risiken, wobei die Erfassung und Messung unabhängig von der Steuerung erfolgen. Mitarbeiter des Unternehmenscontrollings kommunizieren in regelmäßigen Risikoberichten alle risikorelevanten Informationen an de Geschäftsführung. Des Weiteren werden die gemessenen Risiken mit zuvor definierten Richtlinien oder Limits abgeglichen. Zu solchen Limits von Sondervermögen zählen die gesetzlichen, vertraglichen und internen Anlagerestriktionen; einige dieser Limits ergeben sich aus den Festlegungen im Verkaufsprospekt und den Vertragsbedingungen des Sondervermögens. Bei Limitüberschreitungen werden adäquate Maßnahmen zur Risikoreduzierung eingeleitet.

Informationen über die Anlagegrenzen des Risikocontrollings, die Risikocontrolling-Methoden und die jüngsten Entwicklungen bei den Risiken und Renditen der wichtigsten Kategorien von Vermögensgegenständen des Sondervermögens werden nicht nur an die Geschäftsführung weitergegeben, sondern auch den Anlegern zur Verfügung gestellt. Diese Informationen sind abzurufen in den Kategorien Portfolio-Struktur, BVI-Wertentwicklung und Risikoprofil des jeweiligen Fonds.

Im Risikoprofil der Fonds werden insbesondere zwei Kennzahlen aufgelistet, die zur Erfassung und Messung des Risikos dienen. Zum einen handelt es sich hierbei um den Value at Risk und zum anderen um die Volatilität. Unter dem Value at Risk versteht man denjenigen potenziellen Verlustbetrag eines Sondervermögens, der mit einer vorgegebenen Wahrscheinlichkeit innerhalb einer bestimmten Halteperiode nicht überschritten wird. Nach der Derivateverordnung, die vom Bundesamt für Finanzdienstleistungsaufsicht erlassen worden ist, wird eine Halteperiode von 10 Tagen und ein Konfidenzniveau (=Wahrscheinlichkeit) von 99% für die Berechnung des Value at Risk vorgeschrieben.


Beispiel:
Ein Value at Risk von 5% sagt aus, dass in 99 von 100 10-Tage-Perioden der Verlust unter 5% des Fondsvolumens bleiben wird. Gleichzeitig bedeutet dies, dass in einer von 100 10-Tage-Perioden der Verlust größer sein wird als 5% des Fondsvolumens.


Als Volatilität bezeichnet man die Schwankungsbreite einer Kapitalanlage in Form der Standardabweichung während eines bestimmten Zeitraumes. Hierzu wird die Standardabweichung eines Tages, einer Woche oder eines Monats ermittelt (Berechnung nach BVI-Methodik) und auf ein Jahr hochgerechnet. Je geringer die Volatilität einer Kapitalanlage desto höher ist ihre Kursstabilität.


Beispiel:
Die Volatilität eines Sondervermögens beträgt 4%; damit verhält sich der Anteilspreis wesentlich stabiler gegenüber einem Sondervermögen mit einer Volatilität von 20%.