Miese Renditen und die politische Stimmung haben Ökoinvestments unter Druck gesetzt. Linksradikaler Müll – diese Worte fallen Donald Trump ein, wenn er darüber spricht, dass manche Investoren ihr Geld nach ökologischen, sozialen und ethischen Standards anlegen. Der amerikanische Ex-Präsident hat angekündigt, im Falle seiner Rückkehr ins Präsidentenamt ein Gesetz zu unterstützen, das solche ESG-Investments (Environment, Social, Governance) bei den Pensionsvermögen der Amerikaner verbietet. Trump würde wohl auch die Offenlegung von Klimadaten durch Unternehmen abschaffen, weil er sie für teuer und nutzlos hält. Sie aber werden an vielen Stellen bei der nachhaltigen Geldanlage immer wichtiger.
Solche Rhetorik hinterlässt deshalb Spuren. Seit sich abzeichnet, dass der Ex-Präsident und Kandidat der Republikaner die US-Präsidentschaftswahl gewinnen könnte, gehören erneuerbare Energien zu den Verlierern an der Börse. Von der Energiewende zu profitieren fiel aber schon länger schwer.
Gut gelaufen sind nur die Nachhaltigkeitsfonds, die in die großen Technologieaktien investieren durften. Ökofonds, die Aktien aus den Bereichen Solarenergie, Windkraft, Wasserstoff oder Biokraftstoffe kaufen, liegen am Boden. (…)
Seit 2007 bietet die Landesbank den LBBW Global Warming an - „an den Schnittstellen zwischen Technologie und Energie“, wie es LBBW-Investmentspezialist Stephan Wittwer formuliert. Der Kursanstieg des Chipproduzenten Nvidia tat dem Depot gut.
Der Fonds profitierte auch von einer guten Entwicklung bei Aktien von ESG-Index- und Ratinganbietern wie MSCI und Moodys, ebenso war die Aktie vom US-Müll- und Recyclingriesen Waste Management im Fonds erfolgreich. Solar und Windkraft meidet der Fonds seit geraumer Zeit, sagt Wittwer. Die Unternehmen fielen oft mit hohen Schulden und zu geringen Cashflows bei den betriebswirtschaftlichen Kriterien durch. Der Aktienfonds hat ein Gütesiegel vom Forum für nachhaltige Geldanlage und gute Noten in Fondsvergleichen. Es ist ihm gelungen, Performance und Nachhaltigkeit zu verbinden. Ein Finanzberater, so Wittwer, habe kürzlich zu ihm gesagt: „Es ist schön, dass der Fonds nachhaltig ist, aber noch besser ist es, dass es niemand merkt, weil die Performance so gut ist.“
Quelle: Wirtschaftswoche vom 29. Juli 2024